Produktionsleiter Interim: Wenn die Fertigung ohne Führung steht

Produktionsleiter Interim: Wenn die Fertigung ohne Führung steht
Produktionsleiter Interim: Wenn die Fertigung ohne Führung steht

Eine unbesetzte Produktionsleiter-Position bleibt selten lange unbemerkt

Anders als in administrativen Bereichen zeigen sich die Auswirkungen unmittelbar: Liefertermine geraten unter Druck, Qualitätskennzahlen verschlechtern sich, Maschinenausfälle häufen sich. Was zunächst nach einem personellen Engpass aussieht, entpuppt sich als operatives Risiko mit messbaren Kosten.

Produktionsleitung ist keine Funktion, die sich durch Verteilung auf mehrere Schultern kompensieren lässt. Die Kombination aus Entscheidungskompetenz, Prozesswissen und Schnittstellenmanagement existiert nur auf dieser Ebene. Fehlt sie, fehlt die Steuerung eines Systems, in dem täglich Millionenwerte bewegt werden.

Produktionsleitung: Mehr als Fertigungskoordination

Die moderne Produktionsleitung vereint operative Exzellenz mit strategischer Weitsicht. Kurzfristig gilt es, Schichtbetrieb zu koordinieren, Maschinenauslastung zu optimieren und Qualitätsstandards durchzusetzen. Mittelfristig stehen Lean-Projekte, Digitalisierung und Prozessverbesserung auf der Agenda. Langfristig geht es um Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und kontinuierliche Effizienzsteigerung.

Hinzu kommt die Personalverantwortung in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld. Fachkräftemangel, demografischer Wandel und gestiegene Erwartungen der Mitarbeiter an Work-Life-Balance erfordern durchdachtes Personalmanagement. Gleichzeitig müssen Produktionsleiter mit wachsender Komplexität umgehen: globale Lieferketten, volatile Märkte, steigende Compliance-Anforderungen.

Diese Vielseitigkeit macht die Position gleichzeitig kritisch und schwer zu besetzen. Gute Produktionsleiter sind rar und typischerweise in stabilen Beschäftigungsverhältnissen. Permanente Neubesetzungen dauern im Schnitt fünf bis sieben Monate – Zeit, die produzierende Unternehmen oft nicht haben.

Messbare Konsequenzen vakanter Führung

Output-Verluste durch fehlendes Steuerungszentrum

Produktion folgt komplexen Abhängigkeiten: Materialverfügbarkeit, Personalplanung, Maschinenkapazitäten, Qualitätsvorgaben, Liefertermine. Der Produktionsleiter orchestriert diese Faktoren täglich neu. Ohne diese zentrale Steuerung entstehen Reibungsverluste.

Studien zur Vakanzkosten in der Fertigung zeigen: Bereits nach vier Wochen ohne Führung sinkt die Produktivität messbar um 8 bis 15 Prozent. Die Ursachen sind vielfältig: Verzögerungen bei Priorisierungsentscheidungen, suboptimale Rüstreihenfolgen, fehlende Eskalation bei Störungen. Jede Verzögerung addiert sich.

Besonders kritisch: Ungeplante Maschinenstillstände häufen sich, weil niemand präventive Wartung gegen Auftragsdruck abwägt. Statt kontrollierter Instandhaltung erfolgen teurere Notfallreparaturen mit längeren Ausfallzeiten. In kapitalintensiven Branchen wie Automotive oder Chemie bedeutet jeder zusätzliche Stillstandstag fünf- bis sechsstellige Verluste.

Qualitätsprobleme mit Verzögerungseffekt

Qualitätssicherung in der Produktion basiert auf systematischer Überwachung und konsequenter Durchsetzung von Standards. Der Produktionsleiter trägt hierfür die Gesamtverantwortung – von der Definition der Prüfkriterien bis zur Eskalation bei Abweichungen.

In Führungsvakanzen lockern sich Qualitätsroutinen schleichend. Einzelne Prüfschritte werden ausgelassen, Grenzwertüberschreitungen toleriert, Nacharbeiten nicht dokumentiert. Jeder Einzelfall scheint vernachlässigbar. Kumuliert erodiert das Qualitätssystem.

Die Auswirkungen zeigen sich verzögert: Steigende Nacharbeitsquoten nach drei bis vier Wochen, erste Kundenreklamationen nach sechs bis acht Wochen, gefährdete Zertifizierungen nach drei Monaten. In regulierten Branchen kann dies existenzbedrohend werden – ein ausgefallenes Audit gefährdet die Produktionsgenehmigung.

Eskalierender Personalstress

Teams können operative Aufgaben auch ohne formale Führung bewältigen – temporär. Erfahrene Schichtleiter übernehmen Verantwortung, Fachexperten springen ein, das System läuft weiter. Aber strategische Entscheidungen bleiben liegen: Investitionsfreigaben, Lieferantenqualifizierung, Verhandlungen mit Betriebsrat, Konfliktlösung auf höherer Ebene.

Die Folge: Mitarbeiter arbeiten zunehmend reaktiv statt proaktiv, Überstunden häufen sich, Frustration wächst. Besonders problematisch wird es, wenn informelle Hierarchien entstehen und einzelne Mitarbeiter Entscheidungen treffen, für die ihnen die Befugnis fehlt. Das führt zu Konflikten mit anderen Abteilungen und untergräbt bestehende Strukturen.

Nach drei Monaten ohne klare Führung steigt die Fluktuationsrate erfahrungsgemäß um 20 bis 30 Prozent. Gerade die besten Mitarbeiter gehen zuerst – sie haben Alternativen. Jeder Abgang verschärft das Problem und erhöht die Belastung der Verbleibenden.

Interim-Produktionsleiter: Sofort-Expertise für kritische Phasen

Interim Management bietet eine Alternative zum monatelangen Warten auf permanente Besetzung. Erfahrene Produktionsleiter übernehmen projektbezogen die vollständige Führungsverantwortung – typischerweise innerhalb von Tagen, nicht Monaten.

Geschwindigkeit: Während klassische Recruiting-Prozesse fünf bis sieben Monate dauern, können Interim-Kandidaten oft innerhalb von 48 Stunden vorgestellt und binnen einer Woche eingesetzt werden. Diese Geschwindigkeit verhindert, dass aus einer Vakanz eine Krise wird.

Spezialisierte Expertise: Interim-Produktionsleiter bringen häufig Spezialwissen mit, das intern nicht vorhanden ist. Sei es Erfahrung in spezifischen Fertigungsverfahren, Lean-Implementierung, Digitalisierungsprojekten oder Krisenmanagement. Dieses Know-how steht sofort zur Verfügung.

Objektivität: Ohne interne Vorgeschichte können Interim Manager unvoreingenommen analysieren und entscheiden. Sie sind nicht in bestehende Machtkämpfe involviert und haben keine Scheu, notwendige aber unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen.

Ergebnisfokus: Interim-Einsätze werden über konkrete Ziele definiert und gemessen – sei es Stabilisierung der Liefertreue, Reduzierung der Ausschussquote oder Implementierung neuer Prozesse. Diese Zielorientierung führt zu messbaren Verbesserungen in kurzer Zeit.

Drei bewährte Einsatzszenarien

Vakanzüberbrückung: Stabilität bis zur permanenten Lösung

Der häufigste Fall: Der Produktionsleiter fällt ungeplant aus – Krankheit, Kündigung, familiäre Gründe. Ein Interim Manager übernimmt sofort die Führungsverantwortung und stabilisiert die Produktion. Parallel läuft der permanente Recruiting-Prozess ohne Zeitdruck.

Dieser Ansatz vermeidet zwei Probleme gleichzeitig: Operative Schäden durch Führungsvakuum und Fehlbesetzungen durch übereilte Personalentscheidungen. Das Unternehmen kann in Ruhe den richtigen permanenten Kandidaten finden, während die Fertigung stabil läuft.

Typische Dauer: Drei bis sechs Monate. Der Interim Manager arbeitet darauf hin, sich selbst überflüssig zu machen – durch strukturierten Wissenstransfer an den Nachfolger.

Krisenintervention: Turnaround bei operativen Problemen

Wenn Produktion bereits in Schieflage geraten ist – chronische Lieferverzüge, explodierende Qualitätsmängel, demotivierte Teams – reicht Stabilisierung nicht aus. Hier braucht es Sanierungserfahrung.

Interim-Produktionsleiter mit Turnaround-Expertise analysieren schnell die Kernprobleme, entwickeln Maßnahmenpläne und setzen diese konsequent um. Das kann bedeuten: Prozesse verschlanken, Qualitätssysteme neu etablieren, schwierige Personalentscheidungen treffen, notwendige Investitionen durchsetzen.

Solche Einsätze erfordern nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch Durchsetzungsvermögen und Krisenerfahrung. Die besten Interim Manager haben ähnliche Situationen mehrfach gemeistert und bringen bewährte Lösungsmuster mit.

Typische Dauer: Sechs bis zwölf Monate – erst Stabilisierung, dann strukturelle Verbesserung, schließlich Übergabe an gestärktes internes Team oder permanenten Nachfolger.

Transformationsprojekte: Spezialisierte Expertise auf Zeit

Manche Projekte erfordern hochspezialisiertes Know-how, das intern nicht verfügbar ist: Einführung von Industrie 4.0, Implementierung von Lean Production, Integration neu erworbener Produktionsstandorte, Inbetriebnahme neuer Anlagengeneration.

Ein Interim-Produktionsleiter mit entsprechender Expertise kann hier entscheidende Impulse geben. Er hat ähnliche Transformationen bereits begleitet, kennt typische Stolpersteine und bringt erprobte Methoden mit. Nach Projektabschluss geht er wieder – das Unternehmen muss keinen hochspezialisierten Experten dauerhaft vorhalten.

Typische Dauer: Vier bis zwölf Monate, projektabhängig.

Erfolgsfaktoren für Interim-Einsätze

Klare Zielsetzung: Interim-Mandate funktionieren am besten mit präziser Auftragsklärung. Was soll konkret erreicht werden? Welche Kennzahlen messen den Erfolg? Welche Entscheidungsbefugnisse hat der Interim Manager? Je klarer der Auftrag, desto zielgerichteter die Umsetzung.

Organisatorische Einbettung: Der Interim-Produktionsleiter braucht dieselben Kompetenzen und denselben Informationszugang wie ein permanenter Stelleninhaber. Halbherzige Lösungen – etwa „Berater mit Empfehlungsfunktion“ – funktionieren nicht. Führung erfordert Entscheidungsbefugnis.

Kommunikation: Teams akzeptieren externe Führung, wenn transparent kommuniziert wird: Warum kommt ein Interim Manager? Was ist sein Auftrag? Wie lange bleibt er? Offenheit verhindert Gerüchte und schafft Akzeptanz.

Wissenstransfer: Von Anfang an sollte klar sein, wie das Wissen des Interim Managers im Unternehmen verankert wird. Das bedeutet: Dokumentation wichtiger Prozesse, Einbindung von Schlüsselmitarbeitern, strukturierte Übergabe. Gute Interim Manager hinterlassen nicht nur stabilisierte Systeme, sondern auch befähigte Teams.

Kosten-Nutzen-Betrachtung

Interim-Produktionsleiter kosten mehr als permanente Festanstellungen – zumindest auf den ersten Blick. Tagessätze bewegen sich typischerweise zwischen 1.200 und 2.500 Euro, abhängig von Erfahrung und Branche. Ein viermonatiger Einsatz kostet damit zwischen 100.000 und 200.000 Euro.

Diese Summe muss gegen die Kosten einer Vakanz gerechnet werden: Produktivitätsverluste von 8 bis 15 Prozent, zusätzliche Qualitätskosten, potenzielle Vertragstrafen bei Lieferverzug, Fluktuation von Schlüsselmitarbeitern. In mittleren Fertigungsbetrieben summieren sich diese Positionen schnell auf 200.000 bis 500.000 Euro für vier Monate Vakanz.

Hinzu kommt: Ein gut geführter Recruiting-Prozess unter stabilen Bedingungen führt zu besseren Personalentscheidungen. Fehlbesetzungen in der Produktionsleitung kosten Unternehmen typischerweise zwischen 300.000 und 600.000 Euro – zwischen Abfindung, erneutem Recruiting und operativen Schäden.

Aus dieser Perspektive ist Interim Management keine teure Notlösung, sondern eine wirtschaftlich sinnvolle Investition in Stabilität und Qualität der Nachfolgebesetzung.

Fazit: Operative Exzellenz erfordert Führung

Produktion kann temporär auch ohne formale Führung funktionieren – aber nicht gut und nicht lange. Die Komplexität moderner Fertigung erfordert zentrale Steuerung, strategische Weitsicht und entscheidungsfähige Führung. Fehlt diese, entstehen messbare Schäden: bei Output, Qualität, Termintreue und Mitarbeiterbindung.

Interim Management bietet einen pragmatischen Weg zwischen Schnellschuss-Besetzung und monatelanger Vakanz. Erfahrene Produktionsleiter stabilisieren binnen Tagen, ermöglichen gleichzeitig sorgfältiges permanentes Recruiting und hinterlassen oft sogar verbesserte Strukturen.

Die Entscheidung für oder gegen Interim Management sollte nicht am Budget, sondern am Risiko gemessen werden. Wer die Kosten einer vier- bis sechsmonatigen Vakanz gegen Interim-Tagessätze rechnet, kommt meist zu einem eindeutigen Ergebnis.

Akuter Bedarf an Produktionsführung? Wir vermitteln erfahrene Interim-Produktionsleiter mit nachgewiesener Expertise in verschiedenen Fertigungsbereichen. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.

Bild von Günter Klose
Günter Klose

Günter Klose ist Spezialist im Bereich Interim Management mit über 20 Jahren umfassender Expertise. Als Inhaber von Klose Interim Management hat er sich einen Namen als zuverlässiger Partner für Unternehmen gemacht, die schnelle und flexible personelle Lösungen benötigen.

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Günter Klose

Günter Klose ist Spezialist im Bereich Interim Management mit über 20 Jahren umfassender Expertise. Als Inhaber von Klose Interim Management hat er sich einen Namen als zuverlässiger Partner für Unternehmen gemacht, die schnelle und flexible personelle Lösungen benötigen.

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